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CHONDROPATHIA
Erkrankung des Knorpels
Der Begriff
Als Chondropathia bezeichnet man allgemein eine Erkrankung des Knorpels, hervorgerufen durch Knor pelerweichung, letztlich also eine degenerative Erkrankung. Vorausgegangen ist eine Auffaserung und Abschilferung des Knorpels. Diese durch die Abnutzung bedingte Veränderung kann dann im betroffenen Gelen k starke Schmerzen hervorrufen.
Theoretisch kann eine Chondropathia jeden Knorpel des Körpers betreffen, in der Praxis sind allerdings lediglich zwei Körperstellen betroffen:
Am häufigsten kommt eine Erkrankung des Knorpels im Bereich der Kn iescheibe vor, weshalb wir diese Fachinformation auch speziell der Chondropathia patel lae widmen.
Die Symptome (= Krankheitszeichen) und Ursachen
Die Chondropathia patel
lae tritt vor
allem bei jungen Frauen aber auch bei jungen Männern während des
Wachstumsschubes in der Pubertät auf. Die Chondropathia patel
lae äußert sich durch (starke)
Schmerzen in den Knien, die besonders verstärkt werden, wenn im Kniegelenk der
Anpressdruck auf die
Kn iescheibe zunimmt. Ganz typische Schmerzauslöser und
Schmerzverstärker bei der Chondropathia patel
lae
sind langes Sitzen mit gebeugten Knien, z.B. im Kino oder bei längeren
Autofahrten, oder auch bergab gehen. Weiterhin typisch sind
Schmerzen beim
Treppensteigen und nächtliche
Ruheschmerzen
beim Schlafen mit gebeugten Knien. Diese Schmerzen treten meist beidseits,
manchmal aber auch abwechselnd in beiden Knien auf. Sie können über Monate und
Jahre immer wieder kehren.
Häufig geht eine Chondropathia patel
lae mit einer entzündlichen
Reaktion einher. Dies erkennt man an einer Überwärmung und Schwellung des Knies
wie bei einer Arthritis. Der Knorpel ist bei einer Chondropathia weicher als
normal und damit anfälliger für Schädigungen. Deshalb ist es wichtig, das Knie
in dieser Zeit nicht zu überlasten. Insbesondere ist es wichtig, dass der
Anpressdruck auf die Kn iescheibe reduziert wird, damit die Erkrankung nicht
fortschreitet. Nach Möglichkeit also lange Kniebeugungen vermeiden (dabei ist
der Anpressdruck sehr groß).
Neben Überlastungssituationen kann die Chondropathia patel lae jedoch auch unter einer normalen Beanspruchung des Kniegelenkes auftreten. Bei diesen Personen findet man häufig Fehlbildungen oder Fehlstellungen der Kn iescheibe. Zu den möglichen Fehlbildungen gehören z.B. Abweichungen in der Form und Größe der Kn iescheibe. Fehlstellungen bestehen sowohl in einem Tief- als auch in einem Hochstand der Kn iescheibe. Ein Missverhältnis zwischen der Kn iescheibe und ihrem Gleitlager, das vom Oberschenkelknochen gebildet wird, kann ebenfalls zu einer Chondropathia patel lae und damit zu Schmerzen führen.
Die Chondropathia patel lae ist häufig eine Vorstufe der Kniearthrose.
Diagnosestellung und verwandte Symptome
Nicht immer deuten Knieschmerzen bzw. ein schmerzhaftes Kniegelenk (Gonalgie) auf eine Chondropathia patel lae hin. Eine entsprechende Untersuchung durch einen Facharzt sollte vorab erfolgen um sicherzustellen, dass auch wirklich eine Chondropathia patel lae vorliegt. Spätestens anhand einer Röntgenuntersuchung des Kniegelen kes und der Kn iescheibe und bzw. oder einer Arthroskopie, also eine Gelenkspiegelung um eventuelle Knorpelveränderungen nachzuweisen, kann eine Chondropathia patel lae eindeutig diagnostiziert werden.
Folgende Krankheitsbilder können unter Umständen zu ähnlichen Symptomen wie bei der Chondropathia patel lae führen:
Meniskusprobleme
Kreuzbandprobleme
Kn iescheibenprobleme
Fehlstellungen
Gelenknaher Knochenbruch
Bakerzyste
Trauma (= Verletzung) im Bereich der Kn iescheibe
Die Therapie
Die Behandlung eines Schmerzsyndromes im vorderen Kniebereich, also auch der Chondropathia patel lae, erfolgt in erster Linie mit Krankengymnastik. Auch ist eine kurzfristige Schonung des Kniegelenkes (Ruhestellung) und das Anlegen stabilisierender Verbände sinnvoll. Eine dauerhafte Besserung der Schmerzen kann durch ein Krafttraining sowie Dehnungsübungen der Oberschenkelmuskulatur erreicht werden. Der Einsatz von Analgetika (= Schmerzmittel) kann häufig vermieden werden. Bei stärkeren Schmerzen können auch Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) in Form von Spritzen verabreicht werden.
Der Einsatz von sog. Chondroprotektiva, das sind Medikamente, denen eine schützende Wirkung auf den Knorpel zu geschrieben wird, hat sich nicht bewährt. Operative Maßnahmen sind bei einer Chondropathia patel lae im allg. nicht notwendig und sollten nur nach Abwägung aller Vorteile und vor allem der möglichen Nachteile eingesetzt werden.
Frauen mit Schmerzen im Bereich des Knies ist das Tragen von Schuhen mit flachen Absätzen zu empfehlen, da auf diese Weise der Bandapparat des Kniegelenkes entlastet wird. Sportarten, die mit erheblichen Belastungen des Kniegelenkes verbunden sind, wie z.B. Fußball oder Ski, sollten durch weniger belastende Sportarten, wie z.B. Schwimmen, ersetzt werden.
Bei Entzündungsreaktionen in Verbindung mit einer Chondropathia patel lae ist der Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten (aus der Gruppe der sogenannten kortisonfreien Entzündungshemmer = nicht-steroidale Antirheumatika) in Erwägung zu ziehen.
Ein neuer, möglicherweise zukunftsweisender Ansatz zur Behandlung der Chondropathia patel lae ist eine Injektionsbehandlung mit dem hochmolekularen Hyaluronsäurepräparat Synvisc (synthetische Gelenkflüssigkeit). Allerdings gibt es damit derzeit nur sehr begrenzte Erfahrungen.
Spezielle Schmerztherapie bei Chondropathia patel lae:
Manchmal verbleiben bei dieser Erkrankung des Knorpels Schmerzen trotz intensiver fachärztlicher Behandlung (Orthopädie), so daß dann Methoden der spezielle n Schmerztherapie gefragt sind.
Sehr hilfreich ist die therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
in Form von wiederholten Blockaden
(= Betäubungen)
des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) Frage, in hartnäckigen
Fällen auch
kontinuierlich mit Katheter*.
Grundsätzlich wird dabei das
Lokalanästhetikum (=
örtliches Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt
verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a. Schmerzempfindung) betroffen
ist, die Motorik (= Muskelfunktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende
sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind,
bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung)
erst möglich werden.
Nervenblockade
n haben darüber hinaus einen sehr günstigen
Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile
kommt es im korrespondierenden Gewebsbereich (also auch im Knie) zu einer sehr deutlichen
Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß
nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei Chondropathia patel
lae nicht nur
symptomatisch (= nicht nur auf den
Schmerz gerichtet), sondern sogar kurativ (= heilend).
*
Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In
bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
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