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CHONDROPATHIA
Erkrankung des Knorpels

Der Begriff

Als Chondropathia bezeichnet man allgemein eine Erkrankung des Knorpels, hervorgerufen durch Knor pelerweichung, letztlich also eine degenerative Erkrankung. Vorausgegangen ist eine Auffaserung und Abschilferung des Knorpels. Diese durch die Abnutzung bedingte Veränderung kann dann im betroffenen Gelen k starke Schmerzen hervorrufen.

Theoretisch kann eine Chondropathia jeden Knorpel des Körpers betreffen, in der Praxis sind allerdings lediglich zwei Körperstellen betroffen:

  1. Chondropathia patel lae, ein Kn orpelleiden der Kn iescheibe und
  2. Chondropathia tu berosa. Dabei handelt es sich um eine typische Erkrankung des Knorpels im Bereich des Brustbeines. Diese Krankheit wird auch als Morbus Tietze oder auch Ti etze-Synd rom bezeichnet. Die Chondropathia tuberosa stellt eine Sonderform der Chondropathia dar, ausführliche Information darüber erhalten Sie hier: www.tietze-syndrom.de (einfach anklicken).

Am häufigsten kommt eine Erkrankung des Knorpels im Bereich der Kn iescheibe vor, weshalb wir diese Fachinformation auch speziell der Chondropathia patel lae widmen.

Die Symptome (= Krankheitszeichen) und Ursachen

Die Chondropathia patel lae tritt vor allem bei jungen Frauen aber auch bei jungen Männern während des Wachstumsschubes in der Pubertät auf. Die Chondropathia patel lae äußert sich durch (starke) Schmerzen in den Knien, die besonders verstärkt werden, wenn im Kniegelenk der Anpressdruck auf die Kn iescheibe zunimmt. Ganz typische Schmerzauslöser und Schmerzverstärker bei der Chondropathia patel lae sind langes Sitzen mit gebeugten Knien, z.B. im Kino oder bei längeren Autofahrten, oder auch bergab gehen. Weiterhin typisch sind Schmerzen beim Treppensteigen und nächtliche Ruheschmerzen beim Schlafen mit gebeugten Knien. Diese Schmerzen treten meist beidseits, manchmal aber auch abwechselnd in beiden Knien auf. Sie können über Monate und Jahre immer wieder kehren.
Häufig geht eine Chondropathia patel lae mit einer entzündlichen Reaktion einher. Dies erkennt man an einer Überwärmung und Schwellung des Knies wie bei einer Arthritis. Der Knorpel ist bei einer Chondropathia weicher als normal und damit anfälliger für Schädigungen. Deshalb ist es wichtig, das Knie in dieser Zeit nicht zu überlasten. Insbesondere ist es wichtig, dass der Anpressdruck auf die Kn iescheibe reduziert wird, damit die Erkrankung nicht fortschreitet. Nach Möglichkeit also lange Kniebeugungen vermeiden (dabei ist der Anpressdruck sehr groß).

Neben Überlastungssituationen kann die Chondropathia patel lae jedoch auch unter einer normalen Beanspruchung des Kniegelenkes auftreten. Bei diesen Personen findet man häufig Fehlbildungen oder Fehlstellungen der Kn iescheibe. Zu den möglichen Fehlbildungen gehören z.B. Abweichungen in der Form und Größe der Kn iescheibe. Fehlstellungen bestehen sowohl in einem Tief- als auch in einem Hochstand der Kn iescheibe. Ein Missverhältnis zwischen der Kn iescheibe und ihrem Gleitlager, das vom Oberschenkelknochen gebildet wird, kann ebenfalls zu einer Chondropathia patel lae und damit zu Schmerzen führen.

Die Chondropathia patel lae ist häufig eine Vorstufe der Kniearthrose.

Diagnosestellung und verwandte Symptome

Nicht immer deuten Knieschmerzen bzw. ein schmerzhaftes Kniegelenk (Gonalgie) auf eine Chondropathia patel lae hin. Eine entsprechende Untersuchung durch einen Facharzt sollte vorab erfolgen um sicherzustellen, dass auch wirklich eine Chondropathia patel lae vorliegt. Spätestens anhand einer Röntgenuntersuchung des Kniegelen kes und der Kn iescheibe und bzw. oder einer Arthroskopie, also eine Gelenkspiegelung um eventuelle Knorpelveränderungen nachzuweisen, kann eine Chondropathia patel lae eindeutig diagnostiziert werden.

Folgende Krankheitsbilder können unter Umständen zu ähnlichen Symptomen wie bei der Chondropathia patel lae führen:

Die Therapie

Die Behandlung eines Schmerzsyndromes im vorderen Kniebereich, also auch der Chondropathia patel lae, erfolgt in erster Linie mit Krankengymnastik. Auch ist eine kurzfristige Schonung des Kniegelenkes (Ruhestellung) und das Anlegen stabilisierender Verbände sinnvoll. Eine dauerhafte Besserung der Schmerzen kann durch ein Krafttraining sowie Dehnungsübungen der Oberschenkelmuskulatur erreicht werden. Der Einsatz von Analgetika (= Schmerzmittel) kann häufig vermieden werden. Bei stärkeren Schmerzen können auch Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) in Form von Spritzen verabreicht werden.

Der Einsatz von sog. Chondroprotektiva, das sind Medikamente, denen eine schützende Wirkung auf den Knorpel zu geschrieben wird, hat sich nicht bewährt. Operative Maßnahmen sind bei einer Chondropathia patel lae im allg. nicht notwendig und sollten nur nach Abwägung aller Vorteile und vor allem der möglichen Nachteile eingesetzt werden.

Frauen mit Schmerzen im Bereich des Knies ist das Tragen von Schuhen mit flachen Absätzen zu empfehlen, da auf diese Weise der Bandapparat des Kniegelenkes entlastet wird. Sportarten, die mit erheblichen Belastungen des Kniegelenkes verbunden sind, wie z.B. Fußball oder Ski, sollten durch weniger belastende Sportarten, wie z.B. Schwimmen, ersetzt werden.

Bei Entzündungsreaktionen in Verbindung mit einer Chondropathia patel lae ist der Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten (aus der Gruppe der sogenannten kortisonfreien Entzündungshemmer = nicht-steroidale Antirheumatika) in Erwägung zu ziehen.

Ein neuer, möglicherweise zukunftsweisender Ansatz zur Behandlung der Chondropathia patel lae ist eine Injektionsbehandlung mit dem hochmolekularen Hyaluronsäurepräparat Synvisc (synthetische Gelenkflüssigkeit). Allerdings gibt es damit derzeit nur sehr begrenzte Erfahrungen.

Spezielle Schmerztherapie bei Chondropathia patel lae:

Manchmal verbleiben bei dieser Erkrankung des Knorpels Schmerzen trotz intensiver fachärztlicher Behandlung (Orthopädie), so daß dann Methoden der spezielle n Schmerztherapie gefragt sind.

Sehr hilfreich ist die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von wiederholten Blockaden (= Betäubungen) des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.
Grundsätzlich wird dabei das Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden.
Nervenblockade
n haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebsbereich (also auch im Knie) zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei
Chondropathia patel lae nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern sogar kurativ (= heilend).

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

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Aktualisiert: >17.06.2008</> kusb
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